Vorbereitung mit Struktur

Elektroniker-Prüfungsvorbereitung für GP1 und GP2

Dieser Leitfaden richtet sich an Auszubildende zum Elektroniker beziehungsweise zur Elektronikerin der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik im Handwerk nach der Ausbildungsordnung von 2021. Plane schriftliches Lernen, praktische Ausbildung und das Erklären deiner Entscheidungen gemeinsam.

Stand: · Volt-Klar

Was gehört zu GP1 und GP2?

Die Gesellenprüfung besteht aus zwei Teilen. Teil 1 findet im vierten Ausbildungshalbjahr statt, Teil 2 am Ende der Ausbildung. Die konkreten Termine bestimmt die zuständige Stelle. Grundlage ist § 6 der Elektronikerausbildungsverordnung.

GP1 bezieht sich auf die Ausbildungsinhalte der ersten 18 Monate und den dazugehörigen Berufsschulstoff (§ 7). Im Bereich Elektrotechnische Anlagen und Betriebsmittel werden eine Arbeitsaufgabe, ein situatives Fachgespräch und zugehörige schriftliche Aufgaben verbunden. Vorgesehen sind insgesamt zehn Stunden: acht Stunden Arbeitsaufgabe einschließlich höchstens zehn Minuten Fachgespräch sowie 120 Minuten schriftliche Bearbeitung (§ 8).

GP2 umfasst Kundenauftrag, Systementwurf, Funktions- und Systemanalyse sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (§ 10). Zum Kundenauftrag gehören eine praktische Arbeitsaufgabe und ein situatives Fachgespräch (§ 11). Für das Gesamtergebnis zählen GP1 mit 30 Prozent und die vier GP2-Bereiche mit 36, 12, 12 und 10 Prozent. Zusätzlich gelten einzelne Bestehensanforderungen; ein ausreichender Gesamtdurchschnitt allein genügt nicht (§ 15).

Theorie und praktische Vorbereitung verbinden

Schriftlich solltest du Zusammenhänge erklären, Unterlagen auswerten und Rechnungen nachvollziehbar aufschreiben können. Für die praktische Vorbereitung gehören auch Arbeitsplanung, Dokumentation und begründete Entscheidungen auf deinen Lernplan. Übe praktische Tätigkeiten im Ausbildungsbetrieb oder in der überbetrieblichen Ausbildung mit fachlicher Anleitung. Eine Lernapp unterstützt das Wiederholen von Wissen; die praktische Ausbildung und das Fachgespräch brauchen zusätzlich eigene Übungszeit.

Checkliste für deinen Lernplan

  1. Prüfe die Unterlagen deiner zuständigen Kammer oder Innung: Termin, Anmeldung, zugelassene Hilfsmittel und gegebenenfalls Materialvorgaben.
  2. Sortiere Themen in sicher, unsicher und noch offen. Prüfe das mit Aufgaben ohne Lösungsvorlage.
  3. Plane mehrere überschaubare Lerneinheiten pro Woche. Verbinde jeweils ein Thema mit Rechnungen und einer Erklärung in eigenen Worten.
  4. Führe eine Fehlerliste: War die Ursache Fachwissen, Einheitenumrechnung, Aufgabenverständnis oder Zeitdruck?
  5. Erkläre einer anderen Person deinen Lösungsweg. Begründe auch, welche Angaben du für eine Entscheidung noch benötigen würdest.
  6. Bearbeite gegen Ende gemischte Aufgaben unter einer Zeitvorgabe. Werte anschließend Fehler und Zeitbedarf aus.

Eigene Übung: Ergebnis begründen

In einem idealen Gleichstrommodell liegen 24 V an einem ohmschen Widerstand von 240 Ω. Berechne Strom und Leistung. Wie ändern sich beide Werte, wenn der Widerstand bei gleicher Spannung auf 480 Ω steigt?

Lösung: Zunächst fließen I = 24 V / 240 Ω = 0,1 A; die Leistung beträgt P = 24 V · 0,1 A = 2,4 W. Bei 480 Ω folgen 0,05 A und 1,2 W. Beide Werte halbieren sich. Begründe dazu ausdrücklich die Annahmen: konstante Spannung und ohmsches Verhalten. Die Aufgabe ist ein Rechenmodell und keine praktische Arbeitsanweisung.

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